Tag 1

Dienstag, 21.02.2012

Mein kurzer Nordinsel Trip


   

 

Angefangen hat alles in einem kleinen Büro in Penrose, nur ein paar Kilometer vom Stadtzentrum von Auckland entfernt. Leute mit unterschiedlichster Herkunft aber in etwa gleich viel Gepäck versammelten sich, um eine Präsentation über Formalitäten der Reise zu bekommen.  Obwohl doch alle unterschiedliche Ziele hatten, teilten sie die Eigenschaft,  Neuseeland erkunden zu wollen. Nach einer kleinen Einführung über das hop on – hop off (einsteigen und aussteigen aus dem Bus während der Reise) rückte die Abfahrt immer näher.
In etwa 40 Leute, wovon die meisten um die 20 waren, saßen in einem Bus und warteten gespannt darauf, dass es endlich losgeht.Lächelnd


Zuerst stellte sich der Busfahrer vor und da wusste man schon, dass die Reise etwas anders ablaufen wird, als bei anderen „Reisebus“ Unternehmen. Gleich nachdem wir losfuhren, erzählte uns der Busfahrer „Ricky“ alles über das nächste Reiseziel und die dortigen Aktivitäten.  Danach legte er in einiger Lautstärke seine Lieblingsmusik auf und fuhr mit uns Richtung Südosten, raus aus Auckland.


Sofort kommt man mit den anderen Reisenden im Bus ins Gespräch. So hab ich in der ersten Stunde schon einige neue Namen gelernt und Lebensgeschichten erfahren. Zwischendurch meldete sich der Busfahrer immer wieder mit einigen Kommentaren, die meistens sogar sinnvoll und informativ waren.
Nach einiger Fahrzeit kam dann der erste Hunger. Deswegen hielten  wir auch bald an einem „Pak n‘ Save“, dem Diskounter schlechthin in Neuseeland, für eine „lunch break“ an.  So wird es auch auf dem Rest der Reise ablaufen.  Zu Mittag versorgt man sich selbst kalt, und am Abend kocht man oft zusammen.
Als mein Hunger gestillt war und man sich im Bus schon besser kennengelernt hatte, war es an der Zeit, einmal in der malerischen Landschaft zu halten.


Wir waren übrigens gerade auf dem Weg zum Hot Water Beach, der weit östlich auf der Höhe von Auckland liegt.  Hier wurde uns geraten, im Sand nach heißen Quellen zu graben, sozusagen seine eigene „Hot Tub“ auszuheben. Das hörte sich schon mal recht gut anLachend 

 
Endlich angekommen, bekam man gleich die beeindruckende Landschaft der Coromandel Pensula, das klare Wasser und den feinen Sand zu sehen. Deswegen wollte ich auch unbedingt mit der Suche nach heißen Quellen beginnen. Natürlich war ich nicht der Einzige mit dieser Idee und so gab es schon einige Schlaglöcher im Sand, in denen man baden konnte. 
Ein paar Mitreisende  versuchten selbst nach Quellen zu graben, leider nur mit mäßigem Erfolg. Nicht alles was da aus dem Boden kommt ist Warmwasser.

Während die Anderen schufteten und nach heißen Quellen suchten, gab ich meine Graberei auf und besetzte zusammen mit Frank, einem Holländer den ich auf der Reise kennengelernt hatte, eine  Quelle von ein paar thailändischen Touristen.  Jaja ich weiß, wir Österreicher sind ja eigentlich schon genug in fremde Besitztümer eingefallen,  doch die Thailänderinnen schienen da nichts dagegen zu haben.
Das Wasser in unserem Pool war zwischendurch schon so heiß, dass man es mit Meerwasser mischen musste, um sich nicht zu verbrennen. Als wieder mal ein Schwall aus dem Boden austrat war ich kurz davor aus dem Loch zu springen um das schlimmste zu vermeiden. Ein Wechselbad ala Kneipp, wie es besser nicht sein konnte!


Nachdem wir uns in unserer Quelle entspannt und den anderen beim Graben zugesehen haben, hatte ich Lust mich zu bewegen und tauchte auch schon in das wellige Me(e/h)r. Nachdem ich gegen einige Wassermassen angekämpft hatte, lies uns der Busfahrer, der übrigens auch ab und zu in die Wellen tauchte, die Option offen ob wir zu unserem Campingplatz wandern oder mit dem Bus fahren möchten.
Natürlich war ich bei der aktiven Gruppe dabei  und so bahnten wir uns den Weg durch grüne Wälder die immer wieder von Lichtungen mit fantastischer Aussicht unterbrochen wurden.


Am Ende des Weges bekamen wir noch einmal einen tollen Strand mit ausgespülten Gesteinsformationen zu sehen.

Nun hatten wir aber alle schon ziemlichen Hunger und so machten wir uns auf den Weg zu unserem Campingplatz, dessen Strand wir von einer Anhöhe aus bereits sehen konnten.  


Zum Glück stand ein gemeinsames Grillen auf dem Programm und das auch noch FOC (Free of Charge). So halfen wir alle mit und deswegen schmeckte das Essen auch richtig gut

Im Camp wurden dann auch noch Sonnenbrand Geschädigte verarztet und am Abend wurde zusammen gefeiert.



Ein aufregender und anstrengender Tag ging zu Ende…

Tag 2

Mittwoch, 22.02.2012

Am zweiten Tag hatten wir schlechtes Wetter, aber die Stimmung war ungetrübt. Eine lange Busreise nach Raglan stand uns bevor und die meisten Leute nutzten die Zeit um zu schlafen oder sich weiter auszutauschen. Eine junge Kanadierin stellte ihren IPod zur Verfügung und so ging es in voller Lautstärke und Alternative Rock Richtung Westcoast.


Raglan ist ein kleines Surferdorf auf dessen Weg wir auch an der großen L&P Flasche vorbeikamen, der berühmteste Softdrink in Neuseeland.

Bei unserem nächsten kurzen Stopp auf dem Weg nach Raglan, versammelten sich alle um eine kleine Bücherei. Aber nicht nur weil wir die intellektuelle Elite an Bord hatten und alle Bücher so toll finden, sondern weil es dort gratis Internet gab. Ja, in Raglan wird sogar im Internet gesurft.  Ich entschied mich dafür mein Handy zuhause zu lassen, so hatte ich keinen Stress und Zeit, die anderen dabei zu fotografieren Zwinkernd


Endlich in Raglan angekommen ging es auch schon in unsere Unterkunft. Für die die sich entschieden länger zu bleiben und erst später wieder auf einen anderen Stray Bus aufzuspringen, gab es die Möglichkeit nahe der Surfschule im Regenwald zu übernachten.



Ich blieb zwar nicht länger in Raglan aber trotzdem zog  ich die Hütte dem Campingplatz vor und quartierte mich auch dort ein.
Alle Surfwilligen konnten gegen Aufpreis auch Surfequipment ausleihen oder auch Surfstunden machen, die ich mir nicht entgehen ließ. Es hatte zwar schon ein bisschen geregnet, aber nass wird man ja so und so. Der Surfstrand in Ragland ist weltberühmt, auch durch den Film „Endless Summer“ wie man mir sagte, den ich jedoch noch nicht gesehen habe.

Nach kurzem Theoriekurs waren wir auch schon auf dem Weg zum Strand.


Surfen war klasse und sogar das Wetter wurde besser! Ich war in der Lage ein paar Mal wirklich auf einer Welle zu reiten, aber für größere Erfolge braucht man dann schon mehr Übung.
Essenszeit!  Ich machte mich auf den Weg zum Campingplatz wo ein paar Mitreisende bereit waren für einen geringen Preis für ein paar Ausgewählte zu kochen.


Nachdem ich im Urlaub zu faul zum Kochen und ich der Auserwählte schlechthin bin, kam mir das natürlich sehr gelegen!
Nach dem Essen konnte man auf einem doch recht schicken Bot in den „sunset cruisen“, doch nachdem das Wetter nicht besonders gut war, lehnten einige das Angebot ab. Ich bin froh trotzdem dabei gewesen zu sein. Nicht zuletzt wegen den guten Brownies die es FOC auf dem Boot gab 


Einen Sonnenuntergang bekamen wir nur teilweise zu sehen, dafür war die Stimmung auf dem Bot ausgezeichnet. Man lernte sich näher kennen und konnte zugleich auch noch die Küstenlandschaft bewundern.  Zum Teil konnte ich aber nur erahnen, was mir Steve mit seinem Sheffield Akzent vermitteln wollte… Doch wem irgendwann das Englisch zu viel wird, für den gibt es ja immer wieder verfügbare Deutsche, Österreicher und Schweizer Zunge raus

Etwas später ging der Sheffielder trotz kalter Außentemperatur  baden. Hätte ich passendes Equipment dabei gehabt, wäre ich auch sofort nachgesprungen!

Langsam wurde es dunkel, und es war an der Zeit zurück in den Regenwald zu gehen und mal anständig zu schlafen!

Tag 3

Donnerstag, 23.02.2012

Früh und mit etwas Regen fuhren wir Richtung Maketu. Auf dem Weg hielten wir bei dem Headquater von Waitomo Adventures , wo wir uns einige Aktivitäten für die Waitomo caves aussuchen konnte.

 


Ich entschied mich für das Höhlenerforschen im Wetsuit, Helm und Stirnlampe. Es hieß man muss klettern und sich in unterirdischen Wasserfällen des Öfteren abseilen. Perfekt!
Nach kurzem Trockentraining ging es auch schon los, nur leider konnte ich hier keine Fotos mehr machen, da wir schon in voller Montur unser Hab und Gut hinter uns gelassen haben.
Ich kann nur so viel sagen: Der Höhlentrip war spitze… Hin und wieder sehr eng, das Wasser stand uns bis zum Hals. Zeitweise musste man kriechen und es war dunkel und kalt. Beim Abseilen in den Wasserfällen bekam man auch genug Dreckwasser ins Gesicht.  Aber schließlich ist es doch das was man wollte, Abenteuer! Zusätzlich bekamen wir auch die berühmten „Glowworms“ zu sehen. Das sind Fliegen Maden deren Hinterteil die Höhle grünlich ausleuchteten. Sah definitiv schöner aus als es sich anhört! Nach 3 Stunden spürte man dann auch schon wieder die Sonnenstrahlen am Höhlenausgang.
Viele meiner Mitreisenden wählten eine andere Option und stürzten sich mit einem aufblasbaren Sitzring in unterirdische Flüsse und manche machten Trockentrips mit Glowworm spotting durch die Höhle.
Was auch immer jeder an diesem Nachmittag in den Waitomo caves machte, es muss ziemlich anstrengend gewesen sein…


Nach einem kleinen Schläfchen kamen wir bei unserer Unterkunft an. Ein traditionelles Maori Dorf wo uns Onkel Boy, ein alter Maori, begrüßte und uns etwas in seine Kultur einführte. Diese Aufgabe nahm er auch sehr ernst.


Wir bestimmten einen Stammeshäuptling (Frank), der sich mit einem 11 jährigen Maori „duelierte“ um den Respekt des Dorfes zu gewinnen damit wir auch im Dorf schlafen durften.

 
Nachdem wir alle dort bleiben wollten, blieb „Chief Frank“  wohl keine andere Wahl. Uncle Boy hätte uns bei Verweigerung auf die Straße gesetzt und uns das Geld zurückgegeben. So sagte er zumindest Zwinkernd Er nahm seine Kultur und Tradition sehr ernst, so war vielleicht wirklich etwas Wahres dran.


Nachdem unser Häuptling brav alle Regeln befolgt hatte, wurden wir auch vom Stamm akzeptiert. Danach begrüßten wir uns alle auf Maori Art. Das bedeutete, dass sich jeder Einzelne mit den Nasen berührte und dem Anderen die  Maori Worte „KIA ORA“ (sei gesund) ins Gesicht hauchte. Die gezwungene Nähe zu seinen Reisekollegen war einigen sehr unangenehm (Frauen), doch anderen machte es sichtlich Spaß mit der Nase dem Gegenüber im Gesicht herumzufuchteln. (Männer).

Danach gab es endlich das Maori Buffet. Hab gleich mal 2 Teller von dem guten Essen verdrückt.


Es folgte von den Einheimischen noch eine kulturelle Tanzeinlage, wobei sehr Eigenwillige junge Burschen dabei waren, denen man einen stark westlichen Einfluss nicht absprechen konnte.

.

 


Danach trennten sie uns in Männchen und Weibchen. Jede Gruppe bekam von der dortigen Jugend einen traditionellen Tanz (wir den Haka) beigebracht, den man sich dann gegenseitig vorführte. Wir nahmen das mehr oder weniger ernst, aber hatten dabei sehr viel Spaß.
Anschließend schossen die Maoris noch mit nahezu jeder Kamera (ca. 40) ein Gruppenfoto. Danach „durften“ wir alle im selben Raum übernachten. Auf Maori Art versteht sich, nur wahrscheinlich ein bisschen bequemer Zwinkernd



Aber vor dem schlafen gehen gab es natürlich wieder ein gemütliches Zusammensitzen (oder liegen, auf Grund von müden Füßen versteht sich).

Tag 4

Freitag, 24.02.2012

Der südlichste Bustrip, begleitet von Seeed dank einem Ipod eines Schweizers, führte mich zum letzte Reiseziel: Rotorua.


In der über 50.000 Einwohner Stadt hieß es für mich austeigen. Nun hatte ich dort 2 Tage Zeit, bis mein Bus zurück nach Auckland ging. Die meisten hatten noch den ganzen Süden von Neuseeland vor sich, doch ich musste ja auch irgendwann einmal arbeiten. Vorerst konnte ich ausspannen, um die Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten.
Nach einem kurzen vertraut machen mit der Umgebung, hab ich auch gleich 3 Deutsche gefunden, mit denen ich einiges zusammen gemacht habe.
In Rotorua gibt es viele Thermalseen und heiße, schlammige, nach Schwefel riechende Quellen die ganz toll blubbern. Deswegen machte ich gleich einen Spaziergang durch den Park, in denen das Zeug willkürlich aus dem Boden austritt. Den restlichen Tag verbrachte ich mit Hiking auf einen Berg und mit Einkaufen (doch ein paar warme Sachen für den kommenden Winter). Den Abend konnte man in den vielen kleinen Restaurants und Cafes ausklingen lassen.

Tag 5 und 6

Freitag, 24.02.2012

Am nächsten Tag wollte ich und meine neuen Freunde aus Deutschland ein bisschen action und deswegen machten wir uns auf zu aggroVentures, einen kleinen Park wo man viele lustige Sachen machen kann die man so typischerweise im Urlaub macht, wie z.B. Bungeejumping!


Zuerst gingen wir jedoch „Zorbing“. Da wird man in eine große Plastikkugel gesteckt und den Berg runter gerollt. Auch wieder eine ganz klassische Urlaubsaktivität! Zwinkernd



War auch so lustig wie es klingt.Lachend Mein Bungeejump ist leider nur in Videoform verfügbar.


Weitere Aktivitäten im Park: Speedboat fahren, Swooping (eine Art große Schaukle), auf einem riesen Ventilator den freien Fall üben und ein Radrennen in einer Kapsel absolvieren (was sich anfühlte als wäre ich eine Pille auf dem Weg durch den Dünndarm) Und das alles in nur 4 Stunden!




Den restlichen Tag ließ ich dann mit einem Abendessen und einer Laufrunde in der Stadt ausklingen. Im Hostel setzte ich mich noch mit ein paar anderen Backpackern zusammen und schauten einen Film. Eine aufregende Woche ging zu Ende.



Am 6. Tag fuhr mich der Bus mit unglaublich vielen Erinnerungen Non-Stop wieder zurück nach Auckland.
Den Trip würde ich auf jeden Fall wieder machen, auch wenn ich mir beim nächsten Mal etwas mehr Zeit lassen würde (d.H. zwischendurch einmal aussteigen, oder gleich einen grossen Trip mit mehr Zeit dazwischen machen).

Im Nachhinein hat man so viel erlebt, dass man sich schwer tut, zuordnen was man wo alles erlebt hat und kann die großartigen Erlebnisse in der kurzen Zeit nicht richtig würdigen. Habt also keine Eile wenn ihr Neuseeland erkunden wollt und teilt alles etwas auf damit ihr auch etwas Zeit habt um zu reflektieren :)